EINEN TRAUM TRÄUMEN

Es war einmal ein Mensch, der lag in seiner, Hütte auf seinem Ruhelager in der Nähe eines Fensters.
Und die Scheiben des Fensters waren so blankgeputzt worden,
dass dadurch die Illusion entstand,
dass kein Glas in dem Fenster vorhanden sei,
das einen daran hindern würde,
seinen Arm hindurchzustecken und den Lufthauch zu fühlen,
der draussen vor dem Fenster wehte.

Der Mensch schlief auf seinem Ruhelager, und während er schlief, hatte er einen Traum,

und in dem Traum hatte er Durst.



Und aus seinem Ruhelager wurde die, ausgetrocknete Erde, und jede Bewegung führte dazu, dass der Safranstaub um ihn herum hochwehte und sich niedersenkte und seine Wimpern verklebte.
Und seine Zunge schwoll an, seine Lippen wurden von seinem ständigen Anfeuchten der Lippen rissig 
er hatte nichts mehr übrig an Feuchtigkeit.
Und er hatte einen Traum über ungeheuren Durst.
Und er lag auf seinem Ruhelager,
aus dem in seinem Traum eine safrangelbe Erde wurde.

Und die Sonne, unser Ra, brannte erbarmungslos von ihrem hohen Zenit auf ihn herunter.
Und er konnte keinen Arm hochheben, um jemanden herbeizurufen, der mit ihm, auch nur einen Tropfen Wasser, jenes kostbare Nass, teilen würde, um seinen Durst zu löschen.
Und er drehte sich nicht hin und her in seinem Traum,
auf seinem Ruhelager, und wusste nicht in seinem Traum,
dass er träumte, sondern er war durstig.

Und während da der Mensch eine fürchterliche Qual durchlebte, und während der Durst seiner ah Lippen und Zunge in seinem Schlaf nicht gelöscht wurde, da ging draussen vor seinem Fenster ein sanfter Regen hernieder.

Ein Mensch träumte auf seinem Ruhelager einen Traum von der Angst vorm Sterben.
Und in dem Traum bemühte er sich davonzurennen,
um dem, Reiter zu entkommen, dessen Hufe er aus der Ferne näher und näherkommen hören konnte.

Und so sehr er auch rannte, er konnte nicht vorwärtsgehen.
Und verzweifelt schrie er um sein Leben, doch er konnte sich in seinem Traum nicht bewegen.
Und die Hufe, die in der Ferne funkensprühend auf Steine schlugen. liessen die Erde erzittern, und sein Herz war von Panik erfüllt.
Und er träumte den Traum, dass er in nur wenigen Momenten sterben würde. Und bei seinem verzweifelten Bemühen zu rennen bemerkte er nicht die Erde, die süsse Erde, unter seinen Füssen.

Und während er den Traum vom heranreitenden Tode träumte, da wandelte sich draussen vor seinem Fenster der Winter in den Frühling. Und die Kahlheit der, grossen Eiche und die langen, sich windenden Finger ihrer dürren Glieder brachten die Knospen der Hoffnung auf den Frühling hervor.

Es war einmal ein Mensch, der lag auf seinem Ruhelager und träumte den Traum von Armut.
Und in seinem Traum träumte er, dass nicht,
Gelegenheiten zu ihm kommen,
in seinem Traum war er ein Bettler,
der in seiner Armut die Almosen verzweifelt annahm,
denn er hatte nur, einen einzigen Leinenumhang,
der unzählige Male geflickt worden ist.
Und hatte Stiefel, an denen keine Absätze waren.

Und er hatte nicht ein einziges Zierstück, das in der Sonne wie Gold glänzen und strahlend schimmern würde.
Auch nicht einen einzigen Gegenstand besass er,
denn sein Traum war einer von Armut.
Und während er den Traum träumte, blies draussen vor seinem Fenster ein sanfter Wind über die Wildblumen hinweg,
während sie sich in der Sonne badeten.



Er wehte ihren Blütenstaub
und ihren Samen auf den darauf wartenden
Schoss der Erde, und zwar in Harmonie,
Balance und Einfachheit der Reichhaltigkeit.

Es war einmal ein Mensch, der träumte den Traum, dass er ein Gott ist. Und in dem Traum waren alle Dinge möglich.
Und in dem Augenblick, in dem er etwas denkt, ist es.
Und da hat er den Wunsch, in die, grosse Tiefe zu gehen und sein Netz auszuwerfen und grosse Fische heraufzubringen - kräftige, silbrige, schimmernde, opulente.
Und er wirft sein Netz aus,
und was er einholte war eine Überfülle des Meeres.

Er träumte, er ist ein Gott, und wohin er auch blickte,
nichts starb je.
Das Grün, das Smaragdgrün, das Schimmern von dessen Schönheit wiegte sich sanft in einem himmlischen Wind.
Und das, was gleichsam in der Tat als Einbrüche der Jahreszeiten bezeichnet wird, pflegte es hier nie zu geben.
Er träumte einen Traum der Freude, in dem alle Dinge als das widerhallten, was gleichsam in der Tat Musik genannt wird.
Sie war leicht, klar vernehmlich, harmonisch ineinander übergehend.

Und wie es schien strömte all das, was in dem Traum sichtbar war, all das, was Licht war, einen harmonischen Klang aus - nie einen Misston, nie eintönig oder schrill, sondern harmonisch.
In dem Traum war alles schwingend, und Schattierungen von Farben gab es, die bei weitem über das sogenannte Erwachen hinausgehen ganz und gar schwingend.
Und für ihn war alles in dem Traum in Harmonie, denn alles ging ineinander über und brachte das Lied hervor,
das der Gedanke Gottes ist.



Und in seinem Traum wandert er über, smaragdgrüne Auen.
Und sieht Blumen leuchten mit, der Goldheit ihrer Blütenblätter. Und er hatte, in jenem Traum, nicht eine einzige der Neigungen zu Zorn, zu Bosheit, zur Urteilshaltung, zu Neid.
Und auch krank, leidend und kummervoll war er in dem Traum nicht, sondern immer wohl auf, in einer Ewigkeit, die ein Lied der Harmonie sang, das weiterging und weiterging und weiterging.
Dies war der Mensch, der den Traum von Gott träumte.
Und er erwachte ... und erkannte, dass er schlieft.

Der Traum, in dem ihr lebt, ist der Traum.
Wenn ihr aufwacht, hat er überhaupt nichts mit dem zu tun,
was ihr um euch herum seht.
Denn ausserhalb des Traumes liegen die harmonischen Möglichkeiten eines, ewigen Lebens,
für immer und immer und immer.
Ihr befindet euch in einem Traum. Und eure Wahrnehmung, und die Art und Weise, wie ihr euch selbst seht, hat den Traum der Begrenzung geschaffen, denn eure Wahrnehmung beruht auf fehlbaren, nicht auf ewigen Dingen.
Ihr träumt den Traum, der alle anderen Träume und Möglichkeiten verheimlicht. Und weil dieser intensive Traum wie ein Wärter alle unerfüllten Dinge weggeschlossen hält,
lebt ihr in der Illusion der Begrenzung.

Wisst ihr denn nicht, dass es draussen vor eurem Fenster regnet? Wisst ihr denn nicht, dass das, was draussen vor eurem Fenster im Winter gestorben ist, im Frühling wieder neugeboren wird!
Wisst ihr denn nicht, dass das, was draussen vor eurem Fenster liegt, der Überfluss der Fortpflanzung ist... die Samen von Genialität, von Wiederbelebung, die sich in die Erde selbst einpflanzen, und ihre Fülle ist legionsartig.

Wisst ihr denn nicht, dass ihr schlaft? ...
von Harmonie ... von Gott träumend.

Beim Manifestieren - wie ihr es hier gelernt habt - bei der Wissenschaft von den Emotionen, ist es die Emotion, die wach ist, und eure Logik, die etwas Lebloses ist. Es ist die Emotion,
welches die lebendige Kraft ist,
die die Schrecken des Intellekts transzendiert.

Wisst ihr denn nicht, dass ihr nie gelebt habt, wenn ihr ein Intellekt seid! Ja wisst ihr denn nicht, dass ihr,
wenn ihr euch in den Geburtswehen
des Manifestierens befindet, dass ihr dann der Gott seid, der auf Auen grünen Grases wandelt und die Lieder der Harmonie hört, denn hierin liegt die Ewigkeit, die kein Anfang und auch kein Ende, keine derartigen Grenzen hat,
die die Möglichkeit aller Dinge eingrenzen würde.

Evolution könnte in der Natur nicht stattfinden,
wenn es ein Ende gäbe.
Ihr... die ihr die Macht anzapft, seht es umgekehrt.
Ihr haltet sie die Emotion für sogenannte blühende, himmelschreiende Einbildung,
für den Begeisterungstaumel einer Phantasie,
und ihr bezeichnet sie als unwirklich.



Das Gegenteil ist der Fall! Gerade durch die  "Himmelschreinendheit"  des Emotionalkörpers, der auf etwas ausgerichtet ist, geschieht es, dass ihr vom Herrn-und-Gott eures Seins aus wahrhaft Reales erschafft.

Und ihr seid vom Gegenteil überzeugt,
denn genau das ist das Menschliche Drama.
Das Menschliche Drama hört auf, wenn es den Unterschied zwischen Illusion und Wirklichkeit erkennt. Wenn ihr meint, dass die Phantasie von dem, was ihr am Abend, der jetzt Vergangenheit ist, was ihr im Gestern, das jetzt Vergangenheit ist, innerlich umarmt habt, wenn ihr also meint, dass es sich hierbei um blühende Phantasie handelt, dann müsstet ihr ebenfalls schlussfolgern, dass es sich auch um eine blühende Phantasie handelt, dass das Königreich des Himmels in euch ist.

Das müsst ihr begreifen. Das Muss in euch anklingen. Denn wenn das Königreich des Himmels inwendig in euch ist, dann ist es das Innen, das alles Äussere erschafft. Es ist das Innen, das euch das Privileg auf unbegrenztes Leben wegpfändet und euch in die Engstirnigkeit des Ringens ums Dasein führt. Wißt ihr,
warum ihr das Ringen ums Dasein habt?

Weil ihr engstirnig seid, weil ihr in dem Traum schlaft, dass ihr euch nicht bewegen könnt. Wenn ihr emotional erwacht, dann hört das ganze Ringen - der Kummer, der Schmerz, das Leiden - auf.
Dann wird daraus Harmonie.

Die Schwierigkeit, die damit verbunden ist, die, wie sie bezeichnet wird, Ehre zu haben zu wissen - es ist ein Privileg, das zu wissen, was ihr lernt -, ist die, dass ihr euren alten Einstellungen über das, was real und das, was Illusion ist,
Einhalt gebieten und sie ändern müsst.

Wenn ihr ein Realist sein wollt, dann seid es in bezug auf Emotion, denn darin liegt keine Heuchelei.

Versteht ihr?



Ramtha.

Bearbeitet: Andreas

 

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