Wissenschaft die sicher macht, oder die Philosophie des Geistes

September 28, 2004, 22.50
Frage: Ihr lieben Beiden, es ist doch nun Grund genug mal aufzuräumen mit
all diesen philosophischen Grundmustern der letzen ca. 150 Jahren,
wo viele sich immer noch daran festklammern,
als sogenannte irdische Sicherheitsleine...
Ich danke Euch für Klarheit...
Mein Herz macht Freudensprünge...
Andreas

Margret: hier nun die "Frage" von Andreas als Folge Eurer vorherigen Durchgabe.
Ich bin wieder bereit.

Irisina und Tobias: Ach lieber Andreas, aufräumen...
das müsst Ihr schon selber auf der Erde...
(Irisina lacht fein, Tobias gluckst)
obwohl ich schon Lust hätte,
bei Euch wieder ein bisschen mitzumischen...hmhm...
Aber gut, anlehnend an unsere Worte zur Philosophie
und dem Alltag in Waldorfschulen
wollen wir gerne hier ein wenig Durchblick
und Einblick in Eure Entwicklung,
die doch so rasant sich gewandelt hat, bringen.
Na, das Thema nennen wir mal

Wissenschaft die sicher macht, oder die Philosophie des Geistes

Einführend wollen wir jedoch daran erinnern, erinnern,
dass Eure Lebens-Zeiten seit Christi Geburt
schon wesentlich härter,
enger und begrenzter waren,
als in den letzten zwei Jahrhunderten.
So ja...
Doch mit der Zeit der Aufklärung wurde der Intuition,
dem Gefühl, der einfachen Wahrheit,
die nicht beleg- nicht beweisbar war
für den Geist,
gemäss dem Verstandesverstehen,
diesen alten Erfahrungsebenen wurde die Grundlage entzogen.
Der Mensch schwang sich empor zur Erkenntnis,
dass Wissen nur über den Geist, die Erforschung
von Sein und Zusammenhängen zu erlangen waren.
Alles andere waren niedrige Bereiche,
die dem Teufel anheim fielen.
So ja.
Einfach gesagt, mal so.

 

 

Das finstere Mittelalter fand sein Ende,
je nach Land und Region mehr schrecklich als erhebend.
Illusionen, die noch in den Herzen wohnten,
wurden rigoros auseinandergenommen,
ihrer Grundlage beraubt.
Mit dem Geist,
mit dem Vorwand der Erkenntnis,
die für Fortschritt gehalten wurde,
was sie doch trotzdem auch war in vielen Teilen,
wurden nun Leben,
Sinn des Lebens,
Wissen über Sein,
über Zweck woher und wohin,
Geistig wissenschaftlich fundiert erforscht
und darüber auch philosophiert.
Dahinter stand immer die Grundüberzeugung,
der Glaube daran,
dass alles getrennt ist,
alles vergeht,
nichts bleibt,
dass auch Mensch in sich nur einzelne Bewusstheiten hat,
die in einer Rangfolge standen.
Oben war gut, unten war schlecht.

 

 

Auch wenn die Bedeutung der Kirchen
damit scheinbar Einbussen erlitt,
so waren die jeweiligen Machthaber
hiervon durchaus noch immer in den führenden Kreisen
des Einflusses,
auch in der Wissenschaft,
und vor allem in den Geisteswissenschaften
der Philosophie.
Der Intellekt, der geschärfte Verstand,
die Sprache als Wortwaffe,
sie wurden ein geliebtes Spielzeug der Männer.
Redegewandtheit, diplomatisches Geschick,
die besseren Argumente finden,
immer kompliziertere Sätze und Ergüsse,
es war fast wie ein Freudenrausch oft,
sich darin zu üben, sich darin zu messen.
Dies war sozusagen die eine Seite
in der neuen Entfaltungsmacht der männlichen Dominanz.
War sie doch feiner, nicht so grobschlächtig,
wie zu früheren Zeiten.
Und somit eben auch vorbehalten jenen,
die von Adel und Geld waren,
und somit auch von Macht und Rang,
wie die Kirchen-Obersten.
Daneben gab es auch diejenigen Männer,
die sich mehr in der Gefühlswelt bewegten,
doch dies nicht in der alten Art, nein,
sondern ebenso in gewählten,
fein säuberlich geordneten Worten,
doch auch Ergüssen der Intensität.
Das war eine Ausgleichsebene für die Männer von Welt.

 

 

Was damals noch möglich war,
war eine gewisse Welt der Gefühle beim Mann.
Dafür hatte er seine Reviere,
in denen diese gelebt und ausgesprochen werden durften.
Doch die Entwicklung des Geistes,
die geistigen Auseinandersetzungen,
die wirklich lebendigen Wortgefechte,
sie blieben kein nettes Spiel in einer machtvollen Herrenrunde...nein.
Es kam hier zu einer Verselbständigung.
Leise, schleichend,
unbemerkt von den Männern in ihren Gefühlen.
War schon eine Trennung von Denken und Fühlen
geschaffen worden
durch die Trennung der jeweiligen Inhalte
in Zielgruppe und Sprache,
so entwickelte sich nun auch noch eine Bewertungsskala hierin.
Nur was der scharfe Intellekt beweisen, belegen konnte,
redegewandter überzeugen konnte,
hatte Geltung.
Alles andere erfuhr eine Abwertung.
Die Sache an sich,
Der Geist des Wortes,
der vermeintliche gewann.
Alles, was nicht daran gemessen werden konnte...
was nicht mit diesen Instrumenten geprüft werden konnte,
wurde verworfen, verurteilt,
für falsch befunden.
Somit war jeder Mann gut beraten,
sich nicht auf dem falschen Gleis zu bewegen,
wollte er etwas gelten.

 

 

Als Ausgleich, heute wisst Ihr,
es war ein Energieausgleich, hatten sie ja ihre Frauen,
die ihre Gefühlsarmut wieder ins Gleichgewicht bringen durften... hmm...jaja.
Da gab es so manch schlaue Frau,
die ebenso intelligent wie ihr Mann
dann feine Wege ersann,
um im privaten Separée mit leisen Worten sich einzumischen,
zu soufflieren...
(Tobias schmunzelt glucksend)

Doch wollen wir uns dem Wesentlichen zuwenden.
Der Mensch war ein geteiltes Wesen,
doch nicht allein nur in sich geteilt, nein.
Da gab es die Teile, die der Frau dann angehörten,
und die Teile, die nur dem Manne angehörten.
Und natürlich die entsprechenden Formen
für die jeweiligen Kinder.
So ja.
Das Schöngeistige, die Pflege des Hauses,
die Bewirtung der Gäste,
das Kulturprogramm wie auch die Muse,
das waren die Frauenbereiche.
Ein bisschen Klavier,
ein nettes Gedicht,
und die Frau war vorzeigbar in den besten Kreisen.
Für die Muse allerdings,
da war diese Frau oft zu schade, zu edel...
dafür sah Mann sich ausser Haus um.
Es war nicht verpönt, es war die Regel.
Wirkliche Liebesehen waren selten,
seltsam und nicht gern gesehen.
Sie störten den erlesenen Kreis der edlen Gesellschaft.

 

 

Die Kinder waren kleine Erwachsene.
So wurden gehalten, erzogen.
Und es war keine Seltenheit,
dass sie nicht von der eigenen Mutter aufgezogen wurden.
Sie hatte wichtigeres zu tun.
Ihr seht, wir sprechen bestimmte Kreise an,
doch dies, weil eben diese Kreise
einschliesslich der Kirchenmächtigen
in wechselnder Folge entsprechend die Zeiten danach prägten.
Das Weltengeschehen wurde in den Köpfen ausgeheckt,
mit List und Verstand,
und mit Wissen,
Erkenntnissen, die der Moral entsprachen,
die humanitär
aus dem intellektuellen Verständnis gewachsen,
genannt wurden.
Was da alles für human gehalten wurde,
weil es der klaren Logik entsprach,
weil es analytisch in sich schlüssig war,
weil es wissenschaftlich fundiert und belegt war.
So einfach war das.
Doch Ihr Lieben,
darin waren auch Fortschritte möglich.
Das wollen wir nicht ausser Acht lassen.
Bildung war das Privileg der Mächtigen,
der Reichen, der Kirche, des Adels,
auch in Krisenzeiten von Adel und Kirchen,
auch und trotz der Kriege, die in Europa wüteten.
Und Bildung hatte klare Prioritäten darin,
was Bildung für Frau war
und welche Bildung der Mann benötigte.
Dafür waren die Zöglingsschulen, die Klöster,
die Internate gut ausgestattete "Aufzuchtstationen"
Disziplin und Gehorsam,
wie auch die Erfüllung der festgelegten Leistungen
entschieden darüber,
ob ein Mädchen oder ein Junge die Prüfungen bestand
oder nicht.
Individuelle Förderungen gab es nur dort,
wo ein besonderes Talent entdeckt wurde,
doch dann entschieden die Eltern darüber
und das Kind hatte zu gehorchen.
So ja.
Daneben gab es das einfache Volk,
ihm blieb oft nur die Arbeit,
sobald sie körperlich dazu in der Lage waren.
Mädchen hatten es hier besser,
wenn sie früh in gute Haushalte kamen.
Ja, wir zeichnen hier schon ein sehr altertümliches,
einseitiges Bild,
doch Ihr Lieben, Leben war so,
in grossen Teilen in der Gesellschaft Eurer
damaligen Zivilisation...

 

 

Der Forscherdrang, die Wissenschaft
sie führten zu vielen Entdeckungen im vorletzten Jahrhundert,
die auch Vorläufer sind für das, was wir so gerne mit Euch nutzen, das Internet.
Die industrielle Revolution schritt kraftvoll voran.
Und das Volk, die Menschen wurden noch weiter unterteilt.
In die arbeitende Klasse
und die herrschende Klasse.
Die Unterschiede wurden durch die neuen Arbeitsformen
noch grösser,
gröber, als sie so schon waren.
Doch kehren wir zurück zur Bildung,
und der Einordnung von Mensch,
was Mensch ist, was Mensch zu sein hat.
Entsprechend der jeweiligen Klassenzugehörigkeit
stand einem Kind eine entsprechende Bildung zu.
Die Bildung des Geistes war die Wesentliche im Rang.
Die Bildung des Gemüts, der Seele,
interessierte nur insoweit,
dass sie dem Umgang in der Gesellschaft dienlich war,
damit man gesellschaftlich anerkannt war.
Der Geist, der Verstand,
der Gebrauch der Sprache,
die Fähigkeit zu diskutieren,
zu argumentieren,
zu analysieren waren von vorrangiger Bedeutung.
Daran wurde der Mensch gemessen.
Was für eine Seele in ihm wohnte,
welche besonderen Fähigkeiten vorhanden waren
im schöpferischen Lebendigen Ausdruck,
dem wurde kaum Bedeutung gegeben.
Nicht zur Entfaltung seiner Einzigartigkeit wurde ein Kind erzogen, nein,
die war zwar amüsant,
doch nicht zu gebrauchen.
Wichtig war, welche Rolle dieser Mensch,
egal ob Mann oder Frau, in der Gesellschaft einnehmen sollte.
Alles was an Wesenszügen daran hinderlich war,
wurde nicht gefördert,
in Lehrinhalten nicht vorgesehen.
Der Mensch war getrennt in sich selbst.
Und nur der Verstand und das Wissen waren Werte, Güter,
die gefördert werden sollten.
Soziales Verhalten,
was Ihr heute kennt,
hatte nicht eine solche Bedeutung in der Gesellschaft.

 

 

Charakter und Wesenszüge richteten sich danach,
wie gut jemand seinen Verstand gebrauchen konnte.
Die Kinder hatten hier keine Entfaltungsmöglichkeiten,
Individuelle Seelen wurden gebrochen oder ignoriert.
Und der Geist der Philosophie untermauerte derartige Sichtweisen, Einstellungen,
war doch das Sein eine Sache,
die man höchst vortrefflich auseinandernehmen konnte.
Auch wurde den Kindern aus den einfachen Familien unterstellt,
dass sie gewisse Qualitäten gar nicht haben konnten,
woher denn auch.
Erst Anfang letzten Jahrhunderts begann hier etwas in Bewegung zu geraten.
In der Erkenntnis,
und dies auch doch wieder akzeptiert wissenschaftlich,
weil von einer Ärztin nachgewiesen,
dass Kinder sehr wohl auch Fähigkeiten haben,
die denen der Kinder aus guten Familien nicht nachstehen,
auch wenn sie aus ärmlichen Arbeiterverhältnissen stammten.
Kinder waren bis dahin eher eine Sache,
die richtig auf die Spur gebracht werden mussten,
um später ihre Rolle in der Erwachsenenwelt richtig zu spielen.
Die Einteilung eines einzelnen Menschen
in wichtige Eigenschaften und nichtsnutzigen Kram,
liess Seele in ihrer Vielfalt ausser acht.

Mit Beginn des letzten Jahrhunderts
kamen diejenigen auf den Plan,
wie Maria Montessori und Rudolf Steiner,
die ein verändertes Menschenbild entwarfen.
Wo Mensch eine ganzheitlichere Bewertung erfuhr.
Wenn auch noch getrennt von der Einheit seines Seins,
mit seiner Seele.
Wenn auch noch getrennt in der Wertung,
welcher Teil hier die wichtigere Aufgabe hatte.
Hier waren Geist und Verstand auch weiterhin in ihrer Macht.
Ihnen wurde auch weiterhin die Macht gegeben.
Doch eine erste Türe war geöffnet worden.
Allerdings war diese Türe nicht kraftvoll genug,
um in die Domänen der inzwischen entstanden Arbeitsgesellschaft
und Wissenschaftswelt einzudringen.
Was hier an Erkenntnissen geboren war,
wurde von Wirtschaft und Machtdenken doch unterdrückt.
Denn das Zulassen darüber,
dass Kinder mehr Freien Raum zur Entwicklung,
Entfaltung brauchen,
passte nicht in die Notwendigkeiten der Wirtschaftsgrössen,
der Industrie.
Wissenschaft, Forschung und Wachstum
waren die Ratgeber für die Entwicklung der Bildungsmodelle.
Auch wenn es um die Frauen und Mädchen ging.

Die anfängliche Zeit,
wo Geist und Wissenschaft sich noch frei bewegen konnten
war schon lange vorbei.
Jetzt zählten nur noch die Theorien,
die die Forderungen der Industrie begünstigten.
Der Mensch musste nützlich sein,
dort wo er gebraucht wurde,
ob er es wollte oder nicht.
So mussten die Schulen Kinder dazu erziehen,
genau diese Forderungen dann als Erwachsene
auch erfüllen zu können.
Erst das Ende des zweiten Weltkriegs
hat endlich den Raum geschaffen bei Euch auf der Erde,
und mit uns hier gemeinsam,
diesem Missbrauch von Bildung,
von Menschsein,
von Menschbild endlich aufzulösen.
Eine neue Bewegung des Aufbruchs wuchs heran,
Ihr wisst es aus der Geschichte.
Doch, noch ist hier vieles im alten Muster,
noch sind die Prioritäten,
was in der Bildung für Kinder wirklich wichtig ist,
am falschen Platz.
Noch immer getrennt sind Körper, Geist und Seele darin.

Anfängliche fortschrittliche Thesen,
die umgesetzt wurden,
wie in den Waldorfschulen z.B. verkrusteten,
gingen nicht mit, mit dem Wandel der Zeit.
Doch es wurden genug Energien gesät dafür,
dass die "neuen" Kinder in Scharen gekommen sind
und weiterhin kommen, zur Unterstützung der Neuen Erde,
zum neuen Schöpfungsakt.
Keine bequeme Aufgabe, die sie auf sich genommen haben.
Und eine grosse Herauforderung für alle,
die sie begleiten sollen und wollen in diese Neue Zeit in der neuen Energie.
Doch es ist Zeit.
Die Getrenntheit vom ALLEINS SEIN,
von ALLEM WAS IST,
von der Quelle geht zu Ende für alle.
Auch die Getrenntheit in der Wahrnehmung
von Mensch, der Göttlich ist
und in sich somit vollkommen.
Geist, Verstand sind untrennbar eins mit der Seele,
doch nur ein Teil von ihr.
Im Herzen könnt Ihr es fühlen
und verbinden mit der Weisheit,
der ewigen Weisheit der Seele.
Und so ist es...

Tobias und Irisina

Margret und Andreas

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